Strukturelle Anforderungen der deutschen Industrie an das 7 Energieforschungsprogramm der Bundesregierung

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Während der Laufzeit des 6. Energieforschungspro- gramms haben sich die Ausgaben des Bundes für Ener- gieforschung mehr als verdoppelt. Der BDI sieht das als eine positive Entwicklung, da mit der Erhöhung der öffentlichen Ausgaben für Energieforschung ein bemerk- barer Fortschritt bei der Umsetzung der deutschen Ener- giewende erreicht wurde. Heute sind wir viel weiter als im Jahr 2011: Unsere Wind- und Solaranlagen verfügen über einen höheren Wirkungsgrad, die Energiespeicher- technologien werden marktfähiger, unsere thermischen Kraftwerke werden flexibler und effizienter. Allerdings: Eine sichere, ressourceneffiziente und klima- schonende Energieversorgung für eine wachsende Welt- bevölkerung ist eine globale Herausforderung. Zu ihrer Bewältigung können Unternehmen in Deutschland als Exporteure innovativer Energietechnologien wesentlich beitragen und zugleich nur so ihren Unternehmenserfolg im internationalen Wettbewerb auch künftig sichern. Deshalb erwartet der BDI vom 7. Energieforschungs- programm der Bundesregierung eine stärkere Fokussie- rung auf internationale Energieforschungsprioritäten. Vor dem Hintergrund der globalen Herausforderung wandeln sich die Energiesysteme in vielen Ländern: Eine der größten Aufgaben hierbei ist die Steuerung komplexer Systeme mit dezentralen Strukturen und die zunehmende Rolle der Digitalisierung. Dabei werden innovative Technologien, aber vor allem Prozesse, not- wendig sein, die einzelne Technologien auf eine bisher unbekannte Art und Weise miteinander verbinden und dadurch ein Energiesystem von morgen gestalten. In die- sem System wird die Kopplung verschiedener Sektoren unverzichtbar sein. Die Sektorenkopplung setzt einen systemischen Ansatz der Energieforschungspolitik vor- aus: Der Innovationsprozess vom Labor bis in den Markt ist zukünftig als Ganzes zu betrachten. Zugleich ist auch der Energiesektor im System zu sehen: Strom, Wärme und Mobilität sind künftig nicht mehr voneinander zu trennen. Neue Systemanforderungen schaffen neue Forschungs- bedarfe – auch für bisher erprobte Technologien. Um die neuen Forschungsbedarfe hinreichend adressieren zu können, ohne die bereits in der Vergangenheit identifi- zierten Forschungsthemen zu vernachlässigen, sollte der aktuelle Aufwärtstrend der Ausgaben der Bundesregie- rung für Energieforschung auch künftig fortgeführt wird. Im Fokus des vorliegenden Positionspapiers steht nicht die Frage „Welche Technologien erfordern eine staatliche Forschungsförderung?” sondern „Was sind die struktu- rellen Merkmale einer innovativen Förderlandschaft?” Impulse für die erste Frage lieferte im vergangenen Jahr unsere Broschüre "Prioritäten für die Energieforschung in Deutschland 2016". Wir stehen weiterhin zu den identifizierten prioritären Forschungs- und Technolo- giefeldern und widmen uns deshalb mit Blick auf das 7. Energieforschungsprogramm der neuen Fragestellung, die für die Ausrichtung der Energieforschungspolitik Deutschlands von strategischer Bedeutung ist. Wir bedanken uns bei den Mitgliedern des BDI-Arbeits- kreises Energieforschung und Energietechnologien für ihre Unterstützung bei der Erarbeitung dieses Positions- papiers und wünschen Ihnen eine anregende Lektüre.
Keywords: 
Investment; Growth; European Added Value; Economy; Employment
Country of publication: 
Germany
File: 
Publication date: 
Saturday, July 1, 2017
Title Original Language: 
Strukturelle Anforderungen der deutschen Industrie an das 7 Energieforschungsprogramm der Bundesregierung
Abstract Original Language: 
Während der Laufzeit des 6. Energieforschungspro- gramms haben sich die Ausgaben des Bundes für Ener- gieforschung mehr als verdoppelt. Der BDI sieht das als eine positive Entwicklung, da mit der Erhöhung der öffentlichen Ausgaben für Energieforschung ein bemerk- barer Fortschritt bei der Umsetzung der deutschen Ener- giewende erreicht wurde. Heute sind wir viel weiter als im Jahr 2011: Unsere Wind- und Solaranlagen verfügen über einen höheren Wirkungsgrad, die Energiespeicher- technologien werden marktfähiger, unsere thermischen Kraftwerke werden flexibler und effizienter. Allerdings: Eine sichere, ressourceneffiziente und klima- schonende Energieversorgung für eine wachsende Welt- bevölkerung ist eine globale Herausforderung. Zu ihrer Bewältigung können Unternehmen in Deutschland als Exporteure innovativer Energietechnologien wesentlich beitragen und zugleich nur so ihren Unternehmenserfolg im internationalen Wettbewerb auch künftig sichern. Deshalb erwartet der BDI vom 7. Energieforschungs- programm der Bundesregierung eine stärkere Fokussie- rung auf internationale Energieforschungsprioritäten. Vor dem Hintergrund der globalen Herausforderung wandeln sich die Energiesysteme in vielen Ländern: Eine der größten Aufgaben hierbei ist die Steuerung komplexer Systeme mit dezentralen Strukturen und die zunehmende Rolle der Digitalisierung. Dabei werden innovative Technologien, aber vor allem Prozesse, not- wendig sein, die einzelne Technologien auf eine bisher unbekannte Art und Weise miteinander verbinden und dadurch ein Energiesystem von morgen gestalten. In die- sem System wird die Kopplung verschiedener Sektoren unverzichtbar sein. Die Sektorenkopplung setzt einen systemischen Ansatz der Energieforschungspolitik vor- aus: Der Innovationsprozess vom Labor bis in den Markt ist zukünftig als Ganzes zu betrachten. Zugleich ist auch der Energiesektor im System zu sehen: Strom, Wärme und Mobilität sind künftig nicht mehr voneinander zu trennen. Neue Systemanforderungen schaffen neue Forschungs- bedarfe – auch für bisher erprobte Technologien. Um die neuen Forschungsbedarfe hinreichend adressieren zu können, ohne die bereits in der Vergangenheit identifi- zierten Forschungsthemen zu vernachlässigen, sollte der aktuelle Aufwärtstrend der Ausgaben der Bundesregie- rung für Energieforschung auch künftig fortgeführt wird. Im Fokus des vorliegenden Positionspapiers steht nicht die Frage „Welche Technologien erfordern eine staatliche Forschungsförderung?” sondern „Was sind die struktu- rellen Merkmale einer innovativen Förderlandschaft?” Impulse für die erste Frage lieferte im vergangenen Jahr unsere Broschüre "Prioritäten für die Energieforschung in Deutschland 2016". Wir stehen weiterhin zu den identifizierten prioritären Forschungs- und Technolo- giefeldern und widmen uns deshalb mit Blick auf das 7. Energieforschungsprogramm der neuen Fragestellung, die für die Ausrichtung der Energieforschungspolitik Deutschlands von strategischer Bedeutung ist. Wir bedanken uns bei den Mitgliedern des BDI-Arbeits- kreises Energieforschung und Energietechnologien für ihre Unterstützung bei der Erarbeitung dieses Positions- papiers und wünschen Ihnen eine anregende Lektüre.
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